Sonntags-Tipp: „Casseler Freyheit 2012“ am 28. Oktober

Herbstferien-Ausklang, Zeitumstellung, Kälteeinbruch – gut, dass Monatsende ist und mein Gehaltszettel im Briefkasten wartet. Der beginnenden Winter-Depression muss entgegen gesteuert werden. Shopping und Entertainment hilft immer. Also, auf zur „Casseler Freyheit“! Das jährlich am letzten Oktoberwochenende stattfindende Fest in der Kasseler Innenstadt verspricht dieses Jahr „Straßenkunst“ mit Gauklern und Musikanten. Die Kassel Marketing GmbH unterstreicht dabei passend das bunte Treiben mit einem kleinem Jahrmarkt auf dem Friedrichsplatz. Und während die Kinder im Ketten-Karussell gemütlich ihre Runden drehen, können sich die Eltern von 13.00 bis 18.00 Uhr in den verkaufsoffenen Geschäften amüsieren. Ich werde aber meine Shopping-Freude an diesem Tag in der documenta-Halle finden. Von 12.00 bis 18.00 Uhr tauche ich in Documenta-Zeiten ein und schlage zu, um dann die eigenen heiligen Hallen mit dem gebrauchten Inventar der letzten Weltkunstaustellung zu verschönern. Wer auf noch mehr Exklusivität steht, der ist ab 15.00 Uhr im Einkaufscenter “Königsgalerie” bestens aufgehoben. Bei einer Versteigerung hat der Meistbietende hier die Möglichkeit zu Gunsten krebskranker Kinder ein Plakat der Radsportveranstaltung „Tour der Hoffnung“ mit 150 Promi-Unterschriften zu ersteigern. Und falls das Monatsgehalt dann doch nicht ausreicht, hilft immer noch der Griff zur Kreditkarte – denn „Die Freyheit nehm‘ ich mir“ (bzw. mit).

Wohn(t)räume

Spieglein, Spieglein an der Wand, sag‘ mir, wo lebt es sich am schönsten im ganzen Land? Klare Antwort: Da, wo ich mich wohlfühle mit viel Platz im und ums Haus herum. Bedeutet viel Platz in Nordhessen aber gleichzeitig, dass ich entweder fünf Jobs brauche, um die Wohnung zu bezahlen oder dass ich obdachlos bin und die Weite der Kasseler Felder mein Zuhause nenne?

Nein! Auch wenn meine derzeitigen Umzugsbestrebungen verdeutlichen, dass in Kassel der Wohnungsmarkt aufgrund der steigenden Anzahl von Studenten (keine Semestergebühren) und der verbesserten Lebensqualität auch immer dünner wird. Dennoch im Vergleich zu anderen Großstädten gestaltet sich die Wohnungssuche hier immer noch als entspannte Angelegenheit. Die Mietpreise liegen bei max. 10 Euro pro qm – im Vergleich dazu: München bei durchschnittlich 13 Euro oder Hamburg bei 11 Euro. Zeig‘ mir Deine Wohngegend und ich sag‘ Dir wer Du bist. Bei 23 Stadtteilen eine Herausforderung. Ich begrenze mich auf eine Auswahl:

  • Bad Wilhelmshöhe: Kultur pur zwischen Herkules und ICE-Bahnhof
  • Mitte: Wohnraum- und Shoppings-Ballungszentrum zugleich
  • Unterneustadt: moderne Architektur mit Flussaussicht
  • Vorderer Westen: Altbau trifft Moderne. Kulturangebote, toller Einzelhandel, abwechslungsreiche Kneipenszene und die besondere Atmosphäre lassen diesen Stadtteil besonders bei Studenten punkten.

Also, für Jeden was dabei und dabei noch bezahlbar. Die Unterscheidung „Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“ braucht der Nordhesse somit gar nicht zu treffen  –  hier geht beides. Überzeugt Euch selbst!

Nordhessische Arbeitswege – “Bitte einsteigen, Türen schliessen selbsttätig, Vorsicht bei der Abfahrt!“

Stop – das Wort “Arbeitsweg” ist nicht treffend gewählt. Arbeitswege spielen sich im Unternehmen ab. Für mich ist der Weg vor und nach dem Stempeln an der Uhr – wie der Zeiger selbst – das “Pendeln”. Oftmals verschrieen als vergeudete Lebenszeit. Doch dem habe ich aus ökonomischen, ökologischen und unzähligen weiteren logischen Gründen entgegen zu setzen: Gründet eine Fahrgemeinschaft! Entlastet den Geldbeutel, schont die Umwelt und vor dem Einstempeln sind die ersten Besprechungspunkte des Tages schon abgehakt. Also, eine win-win-Situation – für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber. Auch immer größerer Beliebtheit – nicht nur aufgrund der utopischen Spritpreise – erfreuen sich die sogenannten Job-Tickets. Gemeinsam mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) bieten die Unternehmen ihren Beschäftigten vergünstigte Jahreskarten zur Nutzung von Bussen und Bahnen an. Hat auch was – zumal man mehr von der nordhessischen Landschaft als auf der Autobahn mitbekommt. Und für alle die, denen das immer noch zu wenig ist, und nicht “nur” faul auf einem Fahrer-/Beifahrer-/Mitfahrersitz Platz nehmen möchten, die wählen den Fahrradsitz und strampeln sportlich ihrem Arbeitgeber entgegen. Funktioniert seit diesem Jahr noch besser in Kassel – “KONRAD” macht es möglich. Schickes Fahrrad-Mietsystem mit praktischem Körbchen für eine gut sortierte Brötchentüte – die Kollegen freuen sich doch über jede Aufmerksamkeit am Morgen.

Nordhessische Arbeitswege sind somit flexibel und wirken dem persönlichen “Hangover” (speziell an einem Montag) positiv entgegen – egal ob auf Rädern oder auf Schienen. Ein Plausch am Morgen vertreibt eben Kummer und Sorgen. Und somit bewahrheitet sich wieder ein weiser Spruch, denn “Morgenstund hat Gold im Mund!”

Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all’!

Die Herbst-/Winterkollektion 2012/2013 unterstreicht diesen ersten Satz eines bekannten Weihnachtsliedes. Frau trägt dieses Jahr vorzugsweise “Maxi-Cosi” – in allen Farben. Denn mein Freundes- und Kollegenkreis engagiert sich vorbildlich und will dem demographischen Wandel mit dieser Trendwende ein Schnippchen schlagen. Unterstützung finden die jungen Familien nicht nur bei den Großeltern, sondern auch bei ihren Arbeitgebern. Das nordhessische Unternehmen  B. Braun Melsungen AG hat beispielsweise ein Gesamtpaket für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gepackt. “B. Braun for familiy” steht u. a. für: flexible Arbeitszeitgestaltung, frühzeitige Wiedereingliederung und umfassende Kinderbetreuung. Die in Melsungen ansässigen Kinder-Betreuungseinrichtungen (“KIM” und “KIDS-Kindergruppe) werden dabei durch B. Braun unterstützt – eben ein Familienunternehmen. Das Modell der betrieblichen Kinderbetreuung haben auch die Kasseler Unternehmen für sich entdeckt. Die Hübner GmbHIKEA Kassel und die SMA Solar Technology AG vernetzten sich gleich überbetrieblich und gründeten partnerschaftlich einen Betriebskindergarten. Ebenso der Stromversorger E.ON Mitte AG und die Kasseler Bank eG, denn Personalpolitik ist auch Familienpolitik. Den Trend zur Familienorientierung – im privaten Umfeld und bei den Unternehmen – fasst die Wintershall Holding GmbH wunderbar zusammen: “Work & Life Service”. Ganz klar: Familienorientierte Konzepte sind Wettbewerbsvorteile, sowohl für die Mitarbeiterbindung als auch für die Mitarbeitergewinnung. Sobald die “Knirpse” dann aus dem Gröbsten heraus sind, beginnt der “War of Talent” genau bei ihnen. Natürlich auf spielerischer Art und Weise. Die Unternehmen wollen mit speziellen Kinder- und Jugendwochen oder Schülerwettbewerben begeistern und die Wissenschaft greifbar machen. Also, Nachwuchsförderung auf allen Ebenen. Erst bei den Eltern und im zweiten Schritt bei den Generationen X, Y, Z, A, B, C, ….

Somit singen wir dieses Jahr unter’m Weihnachtsbaum neben “Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all!” auch gleich noch “Kinder an die Macht” von Herbert Grönemeyer – und der hat das schon 1986 für sich entdeckt!

Heimgekehrt

Heimgekehrt – gutes Stichwort. Der wiederkehrende Kasseler bzw. Nordhesse schätzt kurz und innig das Metropolen-Leben, kommt einmal im Jahr zum obligatorischen Familientreffen und/oder Klassentreffen am FEZ („das Tor zur Kasseler Kneipenmeile“) vorbei und lässt sich dann ein paar Jahre später wieder in unserer Region nieder. Warum? Weil es hier schön ist.

Denn das nordhessische Bergland hat die Anmut der Münchner Berge.  OK – unsere Fulda kann nicht so ganz mit dem Düsseldorfer Rhein mithalten – dafür ist der Edersee für sportliche Aktivitäten, zum Campen oder für über die Bäume kraxeln absolut lohnenswert. Apropos: Bäume. Für alle Naturliebhaber sorgt Nordhessen mit einer der größten Walddichte Europas im Sommer für Schatten und im Winter für einen schönen Weihnachtsbaum :-)

Neben der zeitgenössischen Kunstausstellung („Documenta“) hat sich Kassel zu einem bedeutenden Museumsstandort in Deutschland etabliert.  Die größte Rembrandt-Ausstellung Deutschlands lässt sich wunderbar mit einem Museums-Brunch am Sonntag verbinden. Doch wir setzen noch eins, zwei, drei oben drauf. Denn unsere vielfältige Kunst- und Museumslandschaft wird getoppt durch enorme Grünflächen (drei Parks / drei Schlösser) und nicht zu vergessen: dem größten Bergpark Europas.

Liest sich stark nach Reiseführer – ja, für alle mit One-Way-Ticket.

Und warum bin und bleibe ich in Nordhessen? Weil es immer noch schöner wird. Die Stadt, das Land, die Leute entwickeln eine zunehmende Dynamik und ich entdecke immer wieder tolle Highlights, die das Leben hier noch attraktiver machen. Probiert es selber aus!