Steuern sparen im Studium

Gastbeitrag von Werner Kördel, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater aus Nordhessen

„Steuern sparen im Studium? Wie das? Ich zahl doch gar keine Steuern, “ wird sich der Student jetzt denken. Die richtige Antwort: Noch nicht. Alle Studenten sollten eine Einkommensteuererklärung abgeben. Die Finanzverwaltung unterscheidet zwischen einem Erststudium und einem Zweitstudium. Ein Zweitstudium ist ein Studium nach einer Ausbildung, z.B. Lehre oder Bachelorstudium aber auch eine Ausbildung als Rettungssanitäter zählt als Ausbildung. Bei einem Zweitstudium kann sich der Student die Kosten des Studiums jährlich beim Finanzamt als Verlustvortrag „gutschreiben“ lassen. Diese Verlustvorträge werden  später mit dem zu versteuernden Einkommen verrechnet und mindern somit die Steuerlast.

Dies bedeuten für den Studenten natürlich alle Belege zu sammeln, Rechnungen aufzuheben, sich Notizen zu machen, wann, wo, wie weit er zum Studium gefahren ist. Alle durch das Studium anfallenden Kosten, zum Beispiel die Miete für die Wohnung am Studienort und die Umzugs- und Einrichtungskosten, alle Fahrten zum Studienort, Verpflegungsmehraufwand, Bücher, Laptops, Semestergebühren, u.v.m. können nun in einer Steuererklärung als Werbungskosten in der Anlage N, erfasst werden, um sie mit dem späteren Einkommen zu verrechnen. Zudem ist es möglich in 2012, noch rückwirkend bis für 2008 eine entsprechende Erklärung abzugeben, um von der Neuregelung zu profitieren. Ob die Möglichkeit der „Verlustvorträge“ auch bei einem Erststudium besteht, ist umstritten und die Frage beim Bundesfinanzhof anhängig.

Wer entsprechende Ausgaben hat, sollte vorsichtshalber eine Erklärung abgeben und dann Einspruch einlegen. Auch hier kann man noch bis zum 31.12.2012 für das Jahr 2008 Erklärungen abgeben.

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